2007-11-18T11:00:00+01:00

Assassin's Creed Déjà-vu Assassin

Test: Xbox 360 · 18. Nov 2007 · Björn F. (bf)

Assassin's Creed hier, Assassin's Creed dort – überall war der Titel in den Schlagzeilen, sobald es auch nur einen neuen Screenshot gab. Der Hype um diesen Titel brauchte sich wirklich nicht verstecken und konnte es wahrscheinlich auch gar nicht. Nun ist das Spiel erschienen und wir haben getestet ob Altair seinem Hype gerecht wird.

Ubisoft hat die Erwartungen der Spieler vorab durch spärliche Infohäppchen und bejubelten Features an diesen Titel enorm hoch gesteckt, so das wieder ein gewaltiger Hype um diesen Titel entstand, dem es fast nicht gerecht werden konnte. Denn wurde der Titel bereits vor dem Release sehr oft vorbestellt oder direkt bei Release gekauft, ohne das irgendjemand eigentlich genau wusste, was ihn dort erwartet.

Altair ist ein Assassine in den Zeiten der Kreuzzüge, welcher zusammen mit allen Mitgliedern des Assassinenordens endlich für Frieden sorgen will. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen neun wichtige Persönlichkeiten aus dem Weg geräumt werden. Die Geschichte ist noch in einen anderen Rahmen gestellt und zwar ein Forschungsprojekt in der heutigen Zeit, bei dem in Erinnerungen eines Nachkommen Altairs nach Antworten gesucht wird. So wechselt das Spiel öfter mal zwischen heute und beleuchtet die Geschichte aus zwei Perspektiven. Ein interessanter Schritt, der für die Erzählweise der Geschichte nicht verkehrt ist.

Der perfekte Mord

Nachdem man sich im Tutorial etwas mit der Steuerung vertraut gemacht hat und die ersten Schritte durch die Städte beschreitet, beginnt auch gleich das Spielprinzip einzuschreiten und ihr erhaltet eine Liste mit neun Namen, dessen Leben es nicht mehr würdig ist. Das Spielprinzip ist bei allen Morden derselbe. Ihr habt vage Informationen und begebt euch euch zu Fuß oder zu Pferd in das entsprechende Gebiet und sucht dieses nach Informationen ab. Dazu klettert man einfach auf hohe Aussichtspunkte, die auf der Karte markiert sind um einen besseren Überblick auf die Welt darunter zu erfassen. Nun werden auf der Karte neue Punkte markiert, an denen Informationen zu finden sind. Nun geht es hoch auf die Dächer, auf die Fassaden, über die Stände, durch die Menschenmassen – Wichtige Briefe stehlen, Gespräche belauschen und Informationen aus speziellen Charakteren herausprügeln. Alle Mittel müssen genutzt werden und überall sollte man sich umsehen, um den Mord glücklich über die Bühne zu bringen. Die wichtigen Orte sind auf der Karte markiert. Am Ende gilt es in einer Hetzjagd das Opfer niederzuschlagen und sich danach elegant aus dem Staub zu machen.

Der Kampf und die Flucht

Wer entdeckt wird, zieht natürlich die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich und kann entweder kämpfen oder flüchten. Der Kampf ist relativ gut durchdacht und Altair kann mit mehreren Waffen gegen seine Gegner vorgehen. Zu Anfang ist es noch eine leichte Herausforderung doch sobald Altair die Konterattacken lernt, ist man nur noch einen Knopfdruck vom Sieg entfernt. Wer im richtigen angezeigten Zeitpunkt den gegnerischen Angriff kontert, führt einen sofort tödlichen Angriff aus. So wartet man einfach ab, bis jeder Gegner einmal angegriffen hat und Spieler mit gutem Timing sind schnell mit den Gegnern fertig - Wer aber doch mal zu viele Gegner vor sich hat sollte die Flucht ergreifen. Hierzu kann Altair sich in Heuhaufen, hinter Dachgärten oder zwischen einer Kolonne Mönchen verstecken. Die Gegner einfach so abzuhängen ist meist nicht so einfach, da diese ebenfalls sehr flink sind und Altair auch auf dünnen Holzstäben verfolgen. Die Wachen sind allgemein alle sehr lebensmüde und provozieren ihren Tod geradezu in dem sie auch oftmals in die Angriffe laufen. In seltenen Fällen stehen sie auch scheinbar regungslos vor Altair und ergeben sich dem Nichtstun, was sehr die Dynamik aus den Kämpfen nimmt. Die KI ist zwar ganz interessant, hat aber leider hier und da noch seine Fehler.

Dafür ist es einfacher denn je, über die Dächer und Stege zu wandern, als in jedem anderen Titel. Wer dachte, der Prinz von Persien sei schon ein Akrobatenass, hat Altair noch nicht erlebt. Mit Leichtigkeit springt er hier und dort hin und mit genau derselben Leichtigkeit lässt er sich auch steuern. Altair springt ganz von allein und klettert problemlos Wände hinauf, sobald man in die Entsprechende Richtung lenkt. Ohne Pausen und absolut dynamisch tanzt er so nur durch die Welt, ohne auch nur einmal Luft holen zu müssen. Es macht auch einfach Spaß, hier durch die Städte zu „tanzen“ auch ohne eine Mission vor Augen zu haben. Sobald Altair aber ins Wasser fällt, ertrinkt er allerdings, was wirklich noch lächerlicher wirkt als bei Grand Theft Auto damals.

Deja Vu

Das größte Problem an diesem Spiel sind einfach die ständigen Wiederholungen. Bei dem ersten und zweiten Mord fällt es sicherlich noch nicht ins Gewicht, aber alle sieben anderen Morde laufen in der Vorbereitung haargenau so ab. Auf Türme klettern, Passanten befreien, Für Informanten immer wieder dieselben Aufgaben erledigen, einige Briefe stehlen und Personen belauschen. Das wird schon beim dritten, spätestens vierten, Mord so dermaßen eintönig, dass selbst das geniale Spielprinzip nichts retten kann. Der einzige Grund, warum man das Spiel weiterspielt, ist die spannende und packende Geschichte und das damit verbundene Rätsel. Eigentlich ist es wirklich traurig, dass so eine großartige Idee durch die Umsetzung in den Sand gesetzt wurde. Das Spiel spielt sich etwa so, als würde man das erste Level immer und immer wieder spielen, wobei sich dadurch die Spielzeit in die Länge zieht. Ein anderes Problem sind die ewigen Märsche von A nach B, die für jeden Mordauftrag ebenfalls immer wieder überwunden werden müssen. Ein Großteil der Spielzeit versucht man, andere Orte zu erreichen und diese sind natürlich möglichst weit weg platziert. Zum Glück stehen in großen Arealen überall Pferde herum, die den Weg etwas verkürzen.

Grafik und Sound

Die Grafik von „Assassin´s Creed“ ist wirklich überragend. Die realistischen Animationen beim Laufen und Klettern, die belebten Städte mit schier endlosen Charakteren und eine Vielzahl an unterschiedlichen Modellen, sodass es nicht einmal auffällt, wenn sich ein Charakter doppelt, die bombastische Weitsicht auf den Aussichtspunkten lassen „Assassin´s Creed“ zu einem lebendigen Spiel werden. Auch die Soundkulisse trägt enorm dazu bei. Die Charaktere sprechen in unterschiedlichen Sprachen und auch die deutsche Synchronisation ist wirklich gelungen. Dazu schöne Soundeffekte, die das Geschehen noch einmal dick unterstreichen. Nur das Piepen der Aufmerksamkeitsanzeige, welche angibt ob man gerade die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich ziehen würde, drückt die Stimmung.

Fazit

„Assassin's Creed“ hätte geniales Spiel werden können, befindet sich jedoch durch das sich wiederholende Missionsdesign nur im oberen Mittelmaß. Die Steuerung, die Grafik und auch die Idee sind einfach überragend und frisch, doch wieso hatten die Entwickler hier so viele Ideen und dennoch wiederholt sich alles? Diese Frage werden wir wahrscheinlich nie beantwortet bekommen, doch eins bleibt zu sagen. „Assassin's Creed“ wird wohl für viele Spieler bereits nach wenigen Stunden eintönig und langweilig und wer doch das Durchhaltevermögen hat, ganz bis zum Schluss zu spielen, wird am Ende wohl enttäuscht sein.

Kommentare

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