Ghostbusters: The Video Game Endlich eine würdige Umsetzung einer Filmvorlage
Die Kultfiguren der 80er Jahre, Ray Stantz, Egon Spengler, Peter Venkman und Winston Setmore, sind zurück. Nach fast zwanzigjähriger Pause nehmen sie erneut den Kampf gegen die Geister auf, die New York City heimsuchen. Es gibt nur einen kleinen Unterschied: Diesmal bist Du an der Seite der Geisterjäger!
Ghostbusters: The Videogame, spielt im Jahre 1991 und somit nach der Handlung des zweiten Films. Dementsprechend finden sich für Kenner der Filme auch immer wieder Parallelen im Spiel wieder, die auf die Handlung der beiden Kinofilme zurück zu führen sind. So kann man sich zum Beispiel im Geisterjäger-Hauptquartier das Gemälde aus dem zweiten Film betrachten und mit Vigo, der Geißel der Karpaten, interagieren. Vigo hält dabei stets ein paar humorvolle Sprüche über den zu spielenden Charakter bereit.
Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Neubewerbers der Geisterjäger und wird prompt auf den mehr oder weniger einfallsreichen Namen Rookie getauft, welchen er nun auch fortan als Namen auf seiner Uniform trägt. Bedauerlich an diesem Punkt ist, dass leider kein Gesichts, bzw. Personeneditor integriert ist, welcher das Ganze etwas individueller hätte gestalten lassen können. Nun gut, frisch in den Anzug geschlüpft, weißt Ray den Spieler auch schon in einem Tutorial in die Grundregeln des Geisterjägerlebens ein. Dabei im Vordergrund steht natürlich die Arbeit mit dem Protonenstrahler und dem PKE Messgerät. Das Protonen-Päckchen hat in der vergangenen Zeit, zwischen dem letzten Film und nun dem Videospiel, ein paar frische Features erhalten.
Das Protonenpaket
Insgesamt gibt es zur Geisterjagd vier verschiedene Munitionstypen, jede von ihnen ist jeweils in ein Primärfeuer, sowie einem Sekundärfeuer unterteilt. Neben der Nutzung des Protonepakets als Hauptwaffe, dient das Paket gleichzeitig als Kontrollanzeige des Kühl, beziehungsweise Überhitzungsstatus und einer Art HUD. Die Überhitzung/Kühlanzeigen ständig im Auge zu behalten ist wichtig, denn ist das Protonenpaket erstmal zu heiß geworden, braucht es eine gewisse Zeit wieder auf Benutzungstemperatur abzukühlen. Gerade in den teils sehr hektisch verlaufenden Kämpfen mit Geistern ist ein überhitztes Paket ein deutlicher Nachteil. Die Funktion des Huds übernimmt das mit angebrachte PKE Messgerät, aber dazu später mehr. Im Verlaufe des Spiels werden immer mehr Möglichkeiten dem Hauptprotonenpaket hinzu gefügt, wobei es an dem Spieler liegt, diese durch erwirtschaftetes Geld zu verbessern.
So teilen sich die Feuermodi auf:
- Protonenstrahl (Primärfeuer): Mithilfe des Teilchenbeschleunigers der Protonenpacks feuert der Neutronenstab einen konzentrierten Protonenstrahl ab.
- Protonenstrahl (Sekundärfeuer, Bosonpfeile): Bosonpfeile sind extrem depolarisierte Ausbrüche von sehr flüchtigen Bosonenpartikeln und führen schnell zur Überhitzung des Packs, deshalb empfiehlt es sie sparsam und auf lange Distanz einzusetzen.
- Mesotronenbeschleuniger( Primärfeuer): Der Mesotronenbeschleuniger stößt einen weitreichenden Partikelstrahl aus, der jedes ektoplastische Material in seinem Weg verdampfen lässt. Die Ausdehnung des Strahl ist begrenzt, aber sehr stark konzentriert, was den Mesotronenbeschleuniger ideal zur Nahkampfwaffe qualifiziert.
- Überladungsimpuls (Sekundärfeuer): Im Gegensatz zum Mesotronenbeschleuniger bewegt sich der Überladungsimpuls nicht sehr schnell, verursacht aber eine Menge Schaden.
- Schleimwerfer (Primärfeuer): Der Schleimwerfer ist die einzige Möglichkeit schwarz geladenen Partikel zu neutralisieren. Sein Einsatz ist auch gleichzeitig die einzige Möglichkeit, besessene Personen oder Objekte von Geistern zu befreien.
- Schleimleine (Sekundärfeuer):Die Schleimleine kann einen plastischen Strang zwischen zwei festen Punkten spannen. Der plastische Strang zieht sich zusammen und dadurch können Objekte bewegt, oder Feinde verlangsamt werden.
- Schock-Kanone (Primärfeuer): Die Schock-Kanone stößt ein kugelförmiges Muster von Partikeln aus dunkler Materie aus, die sich schnell in der Atmosphäre verteilen. Auf kurze Reichweite sehr Effektiv, verliert auf Distanz aber schnell an Genauigkeit und Leistungsstärke.
- Stillstandstrahl (Sekundärfeuer): Der Stillstandstrahl sendet einen umgekehrten Hochleistungspartikelstrahl aus, welcher ektoplastische Materie bindet und dadurch Geister bewegungsunfähig macht.
Das PKE- Messgerät
Das PKE-Messgerät verhilft dem Spieler sich im Spielverlauf zu orientieren. Das PKE-Messgerät ist in drei verschiedene Messeinheiten gegliedert. Zu einem ist es zwingend Notwendig um Geister auf zuspüren, was sich durch eine rote Kennzeichnung bemerkbar macht. Hält der Spieler das PKE in der Hand, setzt sich sein Charakter automatisch die Ecto-Brille auf. Diese ist mit einer Infrarotkamera gleich zu stellen und nur durch diese sind Spuren der Geister sichtbar. Je näher der Spieler an einem Objekt ist, desto intensiver wird ein Messgeräusch und die Flügel des Gerätes schlagen entsprechend aus.
Das PKE dient jedoch nicht nur zur Geister Aufspürung, sondern auch um verfluchte Objekte oder verschiedene Formen an Materie ausfindig zu machen. Verfluchte Objekte kennzeichnen sich blau, Materienformen grün. Gleichzeitig, neben der Funktion eines Ortungsgerätes, hält das PKE auch wichtige Hinweise über das ausfindig gemachte Objekt parat. Wird das Gerät vom Spieler nicht aktiv genutzt, ist es seitlich an dem Protonenpaket angebracht und schlägt, entsprechend farblich gekennzeichnet aus, wenn sich der Spieler in der Umgebung eines zu findenden Gegenstandes bewegt.
Mit diesen zwei Instrumenten ist der Spieler von nun an beauftragt, sich der Rettung New Yorks zu widmen und die Stadt von den bösen Mächten Gozers zu befreien. Dies muss der Rookie jedoch zu fast keinem Zeitpunkt alleine tun, es sei denn er wird durch die Umstände des Spielverlaufes von den anderen Geisterjägern kurzzeitig getrennt. Dies ist jedoch die Ausnahme und so ist man größtenteils in netter Gesellschaft dreier anderer Ghostbusters im Spielverlauf tätig.. Eines sei an dieser Stelle noch gesagt, in diesem Spiel geht es um Teamwork, so ist das Team auf den Spieler angewiesen und der Spieler auf das Team. So ist es immer wieder ratsam den Kollegen Erste Hilfe zu leisten und sie wieder auf die Beine zu stellen, denn sie tun dasselbe auch mit ihnen.
Spielverlauf
Das Hauptziel ist New York City komplett von Geistern zu befreien, wobei Gozer in diesem Falle den Hauptgegner verkörpert. Es liegt an den Geisterjägern und dem Rookie sich in den verschiedenen Abschnitten des Spiels zu behaupten und sich somit einen Weg zur Quelle des Bösen zu bahnen, um diese letztendlich unschädlich zu machen.
Sobald man das Tutorial abgeschlossen hat, geht es für den Frischling auch schon auf direktem Wege sich seiner ersten richtigen Bewährungsprobe zu stellen. Hierfür eignet sich natürlich nichts besser als ein Schauplatz des zweiten Films, das Sedgewick Hotel. In diesem versucht ein Geist die Feierlichkeiten einer Bar-Mizwha zu zerstören. Aber dazu braucht es nicht unbedingt einen Geist, dass können die Geisterjäger mit ihrem hochgerüsteten Protonenpaketen schon alleine, ganz ohne die Hilfe paranormaler Erscheinungsformen. Was ich damit sagen möchte ist, dass die komplette Umgebung des Spieles in zu neunzig Prozent zerstörbare Szenarien angelegt ist. So ist es ein leichtes einen großen Speisesaal in seine Einzelteile zu zerlegen. Was auch prompt erledigt wird. Ist dieser Geist erstmal durch die Hilfe des Protonenpakets gebannt und in eine Falle verfrachtet, geht es zum nächsten Störenfried auf der zwölften Etage des Hotels, diesmal bekommt der Spieler es mit dem Fischergeist zu tun, der kurzerhand den kompletten zwölften Stock des Hotels in eine Meereslandschaft verwandelt hat.
So zieht sich der Missionsfaden durch den gesamten Spielverlauf, welcher sieben Abschnitte beinhaltet und sich immer wieder an den Filmvorlagen orientiert.
Diese wären:
- Hotel Sedgewick
- Times Square
- Öffentliche Bibliothek
- Geschichtsmuseum
- Rückkehr zum Hotel
- Verlorene Insel
- Central Park Friedhof
In jedem Abschnitt ist zum Abschluss jeweils ein Endgeistkampf zu absolvieren, wobei dem „Thema“ des Geistes das optische Erscheinungsbild der Umgebung gelungen angepasst wurde. Auch in Punkto Gegnergestaltung haben sich die Entwickler Mühe gegeben, so ist immer wieder zu beobachten wie Gegner aus der Umgebung heraus entstehen. So werden Wandkerzenhalter im Hotel schon mal schnell zu einer Art Spinnenwesen, oder Bücher in der Bibliothek vereinen sich und wirbeln zu einem riesigen Buchgeist auf. Ob man nun auf dem Times Square gegen den überdimensionalen Marshmallow-Man ankämpft, oder im öffentlichen Museum es mit Geistern verstorbener Bürgerkriegssoldaten zu tun bekommt, für die richtige Atmosphäre ist ständig gesorgt, was nicht zuletzt auf sehr detaillierte Zwischensequenzen, mit einer ordentlichen Portion Humor, und eine brachiale Soundkulisse zurück zu führen ist. Auch für genügend Schockmomente sind gesorgt, welche sich durch kurzzeitig erscheinende, dann wieder verschwindende Geister, oder farbliche Illusionen zeigen. Wo ich gerade beim Punkt der farblichen Ausgereiftheit angekommen bin, muss man diese positiv erwähnen. Im gesamten Spielverlauf sind die Farben, ob die des Protonenpakets oder erscheinender Geister, ständig schön animiert und immer wieder nett anzusehen, welche immer wieder durch „Dunkelpassagen“ besonders zur Geltung kommen.
„Ghostbusters: The Videogame“ ist mit einer deutschen Sprachausgabe ausgestattet, die durchweg gelungen ist, bei weitem aber nicht an den Originalton heran kommt. Alternativ ist dieser anwählbar und mit deutschem Untertitel versehen, was die Filmatmosphäre, den Flair und Humor der Ghostbusters, insbesondere den des Peter Venkman, nahezu perfekt vermittelt.
Online Multiplayer
Der Online-Multiplayer des Spiels ist auf bis zu vier Spieler ausgelegt und bringt sechs verschiedene Matcharten mit sich:
- Überleben
- Einfangen
- Zerstörung
- Beschützen
- Diebstahl
- Schleim-Dunk
Neben den bekannten Ranglisten-Spielen, kann auch das erwirtschaftete Geld der Online-Multiplayerspiele als Zahlungsmittel in der Kampagne genutzt werden, um Upgrades entsprechender Objekte freizukaufen. Während unserer Testphase waren die Server mittel, bis stark frequentiert.
Fazit
Fazit: „Ghostbusters: The Videogame“ ist für Fans der 80er Jahre Filme ein Muss, denn von der gelungenen Story her gesehen, könnte man fasst meinen den dritten Film gerade interaktiv vor sich zu erleben. Für alle anderen bietet Atari ein sehr gelungenes Actionspiel, mit Grafik auf hohem Niveau, untermalt von einer brachialen Soundkulisse.






