2007-02-23T00:00:00+01:00

Okami Die weiße Wölfin

Test: PlayStation 2 · 23. Feb 2007 ·

Ein neuer Stern am Action-Adventure Himmel ist aufgegangen und lässt viele seine Konkurrenten wie Glühwürmchen wirken. Wenn ihr noch nichts von Okami gehört habt, wird es langsam Zeit. Denn mit Okami beginnt ein episches Abenteuer, das mit seinem innovativen Konzept frischen Wind ins Genre bringt.

Die Feder und das Schwert sind zusammen noch mächtiger

Vor langer Zeit wurde ein Dorf namens Kamiki von Orochi, einem mächtigen Dämon, heimgesucht. Jedes Jahr forderte er ein Menschenopfer, um seine Macht zu vergrößern. Als Gegenleistung verschonte er das Dorf – vorübergehend versteht sich. In der Nacht, wo Orochi sein hundertes Opfer forderte, machten ihm aber eine weiße Wölfin mit göttlicher Macht, namens Shiranui und der Dorf-Held, Nagi, einen Strich durch die Rechnung. Sie besiegten ihn. Leider war es ein sehr harter Kampf und Shiranui wurde tödlich verletzt und starb kurz nach ihrer Ankunft im Dorf. Nagi wurde als legendärer Held gefeiert und mit seinem Schwert wurde die Höhle von Orchi versiegelt.

Das Spiel beginnt 100 Jahre nach diesen Geschehnissen. Ein unbekannter Dieb stiehlt kurz vorm 100 Jahrestag des Siegs über Orochi das Schwert, welches die Höhle versiegelt. Durch seine Tat erweckt er Orochi und ganz Nippon wird von einem dunklen Fluch bedeckt. Glücklicherweise wird kurze Zeit später auch die weiße Wölfin wiedergeboren - als Okami Amaterasu. Nun liegt es an ihr, das Land von Orochi von dem bösen Fluch zu befreien.

Es gibt viel zu tun für eine Göttin

Amaterasu bereist zusammen mit Issun, der zwar recht klein ist, aber eine groß Klappe hat, das Land. Auf ihrer Reise treffen die Zwei auf zahlreiche Dämonen, die es zu besiegen gilt. Menschen und Tiere, die etwas göttliche Hilfe gebrauchen können und Landschaften, die von ihrem Fluch befreit werden müssen.

Zu Beginn ist Amaterasu noch sehr geschwächt und schlecht ausgerüstet, es ist noch ein langer Weg, bis sie wieder soviel Macht besitzt, wie vor 100 Jahren als Shiranui. Ihre Macht spiegelt sich in den göttlichen Pinsel-Techniken wieder. Auf ihrer Reise findet sie immer wieder Sternen-Konstellationen, in denen ein Gott versteckt ist, der Amaterasu eine Pinsel-Technik zurück gibt.

Es gibt insgesamt 13 verschiedene Techniken, die sich später auch noch verstärken lassen. Da wäre z. B. der Kraftstreich, sehr nützlich im Kampf und zum Zerstören von Gegenständen; die Kirschbombe, zum Sprengen von Löchern; verschiedene Naturkräfte; die Pflanzen zum Blühen oder Ranken zum Wachsen bringen. Die Möglichkeit Mächte wie Wasser, Wind, Eis, und Donner zu manipulieren und noch einiges mehr.

Diese Pinsel-Techniken sind sehr nützlich im Kampf gegen Dämonen, vor allem gegen die sehr gelungenen Endgegner. Die Gegner in Okami sind nämlich nicht alle durch stumpfes Draufschlagen zu besiegen, sondern in Kombination mit verschiedenen Pinsel-Techniken zu bewältigen. So muss man z. B. ein Flammenrad erst mit der Wind-Technik ausblasen, dann mit ein paar Schlägen schwächen und zum Schluss mit einem Kraftstreich vernichten.

Doch auch außerhalb vom Kämpfen sind die Pinsel-Techniken unverzichtbar. Viele Hindernisse lassen sich nur mit der richtigen Pinsel-Technik überwinden und viele Bewohner von Nippon sind auf die Hilfe von Amaterasus Pinsel-Techniken angewiesen, um ihr Ziel zu erreichen. Amaterasu agiert dabei aber immer im Hintergrund.

Wenn Amaterasu anderen Lebewesen hilft, sei es nun Mensch, Tier oder Pflanze, sammelt sie Glück. Dieses Glück kann sie ausgeben, um die Anzahl ihrer maximalen Lebensenergie, Mägen Tintenfässchen oder Stellen ihrer Geldbörse zu erhöhen. Die Mägen sind als eine Art Continue zu verstehen und können mit im ganzen Land verstreutem Essen wieder aufgefüllt werden.

Amaterasu geht natürlich nicht ganz ohne Ausrüstung in den Kampf. Für ein Standard-Arsenal an Verbrauchsgegenständen ist gesorgt. Zusätzlich kann sie sich noch mit einigen Tools ausrüsten, mit denen man unter anderem Gegenständen in der Umgebung automatisch einsammelt oder in Lava baden kann. Da Amaterasu nicht vorhat, die Gegner mit ihren Hundekuchen zu bewerfen, gibt es noch drei verschiedene Waffenarten, ein Schlag-Spiegel, eine Perlen-Kette und ein Schwert, von denen man im Laufe des Spiels immer stärkere Versionen findet.

Während der Reise gibt es eine Menge versteckte Schätze zu finden und Minispiele zu meistern. Besonders das Finden aller verstreuten Perlen stellt eine Herausforderung dar und sorgt für Langzeitmotivation, da man nach erfolgreichem durchspielen faste alle Errungenschaften behalten darf und die Chance bekommt, die restlichen Perlen zu sammeln. Zusätzlich gibt es noch ein paar kleine Belohnungen, je nachdem, was man im Spiel erreicht hat.

Malen kann doch jeder

Amaterasu lässt sich ohne Probleme durch das Spiel steuern. Die Kamera hat dabei fast immer eine gute Position und man übersieht nichts. Im Kampfmodus ändert sich die Steuerung etwas und es kommt manchmal aufgrund falscher Auto-Ziele etwas Hektik auf, aber die meiste Zeit gehen die Kämpfe gut von der Hand. Das Besondere an Okami ist, wie man eine Pinsel-Technik ausführt. Hier werden nicht einfach irgendwelche Tastenkombinationen gedrückt, sondern man schwingt tatsächlich den Pinsel und muss verschiedene Formen malen. Dazu hat man außer in ein paar Ausnahmen immer genug Zeit, da das Spiel pausiert wird.

Eine ganz andere Welt

Die Spielwelt sieht aus wie frisch gemalt. Genau genommen ist die Grafik zwar recht einfach gehalten, Hintergründe bestehen teilweise nur aus ein paar schwarzen Strichen, welche Berge andeuten, aber es passt alles einfach gut zusammen, so wie es ist. Manchmal ist weniger halt mehr.

Die Musikstücke in Okami sind wunderbar auf die Landschaften und die Situationen abgestimmt und geben dem Spiel noch den letzten Schliff. Einziger Negativpunkt - es gibt bis auf ein oder zwei Ausrufe und etwas Gekicher keine Sprachausgabe.

Fazit:

Okami bietet dem Spieler eine wunderbare Geschichte und vermittelt mit seinem Grafikstil und seiner Musik ein Spielgefühl, das seines Gleichen sucht. Das Spiel ist eine mehr als gelungene Abwechslung zu anderen Action-Adventuren. Es steckt voller künstlerischen und innovativen Ideen, wie zum Beispiel die Pinsel-Techniken. Das Spiel ist vor allem jüngeren Spielern zu empfehlen und allen anderen, die Spaß an einem guten Spiel haben, bei dem nicht ständig das Blut fließt. Okami ist auch für fortgeschrittene Spieler interessant. Trotz des recht geringen Schwierigkeitsgrades bietet der Titel nämlich eine recht lange Spieldauer, vor allem wenn man alle verstecken Gegenständen finden will.

Kommentare

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