2003-06-16T00:00:00+02:00

Codename Panzers: Phase One Von Tieren und Panzern...

Vorschau: PC · 16. Jun 2003 ·

CDV hat mit Codename Panzers einen heissen Anwärter auf den Echtzeitstrategiethron in der Pipeline. Wir haben uns schon vorab einen Eindruck von Panzers verschafft und einen Preview online gestellt.

Vor über einem Jahr versuchte das junge Entwicklerteam Stormregion mit dem ambitionierten Projekt S.W.I.N.E die Herzen der Strategiespieler für sich zu gewinnen. Grafik und Spielkonzept waren von allererster Güte, doch der Grund für den Flop des Spiels lag wohl eher an der abgedrehten Hintergrundgeschichte, die sich um die zwei miteinander kämpfenden Parteien der Hasen und Schweine drehte. Möhrchenraketen und Kartoffelbomben sprechen den Großteil der PC-Spieler nun mal eben nicht an.

Mit einem neuen Publisher und einem komplett anderen Thema wagen die ambitionierten Spieledesigner einen neuen Angriff auf die Genre-Krone. Zukünftig wird im zweiten Weltkrieg gespielt und mit CDV hätte Stormregion sich für diese Thematik keinen besseren Vertrieb suchen können, schließlich hat das deutsche Unternehmen mit der Sudden Strike Serie und kürzlich Blitzkrieg ja mehr als genug Erfahrung im WW2-Setting.

In drei Kampagnen à zehn Missionen wird der Spieler meist fiktive Schlachten aus der Sicht eines normalen Soldaten erleben, jeweils auf russischer, deutscher und alliierter Seite. Doch trotz dem Verzicht auf historische Begebenheiten nimmt es Panzers mit dem Realismus ernst: Über 100 (!) originalgetreu modellierte und simulierte Fahrzeuge, vom Jeep bis zum Panzer, vom Versorgungs-LKW bis zur schweren Artillerie: Alles wurde sowohl grafisch als auch spielerisch sehr detailliert umgesetzt.

Womit wir auch schon bei einem der größten Pluspunkte des Spiels wären: Der optischen Präsentation der Echtzeit-Gefechte

Bombastische Explosionen, per Motion-Capturing animierte Soldaten, vor Polygonen strotzende Tiger-Panzer und bei Beschuss akkurat zusammenfallende und butterweich animierte Häuser. Telefonmasten knicken realistisch weg, wenn sie ein Kampfkoloss einfach überfährt und die darauf folgende, herrlich natürlich aussehende „Schwingung“ der Kabel lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Auch auf die taktischen Möglichkeiten wirkt sich das komplett in 3D gehaltene Terrain aus, denn dank der realistisch simulierten Sichtweite einer jeden einzelnen Einheit nehmen Hügel und (Häuser-) Schluchten gewaltig an Bedeutung zu. Artillerie z.B. hat eine deutlich größere Schuss- als Sichtweite. Deshalb muss man Späher vorschicken oder mit Ferngläsern ausgerüstete Einheiten das Gelände auskundschaften lassen und den mächtigen Geschützen erst dann den Befehl geben, wenn die Position des Feindes aufgeklärt worden ist. Denn unnötig Munition sollte man nicht verschwenden, schließlich ist das ein weites Detail, das Panzers in aller Stille simuliert.

Sogar das Hörfeld einer Einheit wird berücksichtig, also seid besser leise, wenn euer Überraschungsangriff auf die gegnerische Stellung nicht mächtig in die Hose gehen soll! In diesem Zusammenhang ist auch die Tageszeit ein nicht unerheblicher Punkt auf der Checkliste des aufmerksamen Generals. Denn in Panzers wird es einen fließenden Tag- und Nachtwechsel geben, zudem Wettereffekte und solche Leckerbissen wie dynamischer Nebel.

Eine größere Bedeutung als in anderen Spielen haben Infanteristen: Dank vier Bewegungsarten können sich Soldaten leise anschleichen, eilen bedrängten Kameraden im Eiltempo zu Hilfe oder gehen geschickt in Deckung, um dem feindlichen Sperrfeuer zu entwischen.

Das einfache Fußvolk kann aber noch mehr: Neben der Tatsache, dass sie sich aus einem sehr großen Waffenarsenal von einer ganzen Reihe an Maschinenpistolen bzw. –gewehren, Raketenwerfern, Granaten und sogar Flammenwerfern bedienen und bestimmte Einheiten Minen legen oder mit weitreichenden Scharfschützengewehren weit entfernte Offiziere der gegnerischen Partei erledigen können, darf die Infanterie auch bestimmte Gegenstände wie Ferngläser (Kundschafter), Verbandszeug (Sanitäter), Feldtelefone oder Schlauchboote benutzen.

In den Einsätzen befielt man nicht über ein großes Heer, sondern muss sich mit einem kleinen, aber feinen Kontingent durchschlagen und meist gegen eine mehrfache Übermacht bestehen.

Dafür, dass einem die Einheiten ans Herz wachsen, sorgt zum einem der Umstand, dass eure Panzer, Fußsoldaten und Kanonen nach und nach Erfahrung sammeln und dadurch besser zielen oder mehr Schaden verursachen. Zum anderen belohnt ein ausgeklügeltes Bonus-System den umsichtigen Feldherrn mit Prestigepunkten, durch die man beschädigte Einheiten reparieren, veraltete Technologien aufrüsten oder neues Kriegsmaterial kaufen kann.

Zusätzlich zu der wunderschönen Grafik verfügt die aufgemotzte „Gepard“-Engine, die in einer älteren Form schon in S.W.I.N.E. zum Einsatz kam, über ein weiteres Plus: Alle Fahrzeuge und Gebäude wurden mit einem extrem realistischen Schadensmodell ausgestattet. So fallen beschossene Gebäude wie in der Realität ein und es ist möglich, einzelne Kanonen feindlicher Panzer außer Gefecht zu setzen, oder dem Gefährt die Bewegungsfreiheit zu rauben. Hierbei können wir auch noch einmal auf die Flammenwerferinfanteristen zu sprechen kommen: Mit ihren feuerspuckenden Waffen können diese zwar keinen Tank zerstören, aber durch die unerträgliche Hitze sehr wohl die Besatzung aus dem Panzer vertreiben und, nachdem sich dieser abgekühlt hat, ihn mit eigenen Männern in Besitz nehmen.

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