Deus Ex: Invisible War Alex D. tritt das Erbe von J.C. Denton an. Ein unmögliches Experiment?
Die Euphorie war groß als vor vielen, vielen Monaten bekannt wurde, dass Waren Spector am Nachfolger des genialen Deus Ex arbeitete. Er und seine Crew von Ion Storm haben die deutsche Version sogar etwas länger in der Garage gelassen, um eine perfekte Synchronisation und ein verbessertes Spiel abzuliefern. Wir haben die deutsche Verkaufsversion getestet und sind dann doch sehr angetan.
Deutsch = Besser ?
Kurz nach dem Release der US Version konnte man schon in vielen Foren lesen, wie schlecht Deus Ex 2 doch sei. Die Grafik wäre, trotz Unreal Engine, schlecht, das Gameplay nicht mehr eines Deus Ex würdig und die Spieldauer zu kurz. Das gab einem doch zu denken. Trotzdem habe ich mich sehr gefreut, als dann die DVD der deutschen Version bei mir eintraf. Bereits nach wenigen Spielstunden hatte mich das Spiel gefesselt. Warum? Lest den folgenden Test.
Vor langer, langer Zeit in einem weit...
Chicago wird durch einen unglaublichen Terroranschlag vollkommen zerstört. Tausende Menschen verlieren ihr Leben. Ihr habt es geschafft der Katastrophe zu entkommen und werdet in Sicherheit gebracht. Man lässt nichts unversucht, um euch zu schützen. Bereits sehr früh wird euch klar, dass ihr nur ein Experiment seid. Man benutzt euch, um Bio Modifikationen zu testen und um eine Art Supermenschen zu züchten. Nach nur wenigen Stunden Spielzeit wird euer Aufenthaltsort angegriffen, wobei sich anfangs der Verdacht aufdrängt, dass es sich dabei um „normale“ Terroristen handelt. Später wird das ganze Ausmaß vom Sinn und Zweck dieses Ereignisses klar. Ihr steht zwischen den Fronten eines unsichtbaren Krieges zwischen der militärischen Ordnung und einer Gruppierung, die nur das Beste für die Menschen will. Es liegt bei euch, wem ihr vertraut.
Was danach geschah
Die Welt in der ihr in Deus Ex: Invisible War agiert ist geprägt von einer weltweiten Wirtschaftskrise, ausgelöst durch die Ereignisse, welche von J.C. Denton im ersten Teil in Gang gesetzt wurden. Euer Name ist Alex D. Je nach eurem Geschmack spielt ihr als männlicher oder weiblicher Charakter, was den Spielverlauf aber so gut wie gar nicht beeinflusst. Sehr wichtig für euch sind die sogenannten Biomodifikationen. Wenn ihr einen speziellen Chip findet, könnt ihr euch sozusagen upgraden, und das in mehreren Bereichen. Entweder lasst ihr euch eine gute Regenerationseinheit verpassen, um immer so frisch zu sein, wie am ersten Tag, oder verbessert eure Begabung beim lautlosen Schleichen. Das ist aber ganz euch überlassen. Der Einsatz einer Modifikation benötigt Energie. Je besser die Modifikation, umso weniger Energie wird benötigt. Eure Akkus können aber selbstverständlich wieder aufgeladen werden. Entscheidend für den weiteren Ablauf des Spiels ist euer Verhalten, wovon euch insgesamt vier verschiedene Grundeinstellungen zur Verfügung stehen.
Äktschhhnn
Bei der ersten spielt ihr ala Terminator mit purer Waffengewalt und holzt alles um was nicht bei drei auf den Bäumen ist oder euch auch nur den Weg versperrt. Vorteil: Im späteren Verlauf habt ihr jede Menge Munition, viele gute Waffen und ihr könnt eure Biomodifikationen dem Kampfstil anpassen. Nachteil: Absolut jeder bekommt mit, wenn ihr ein Gebäude betretet. Wenn dann erstmal alle davon Wind bekommen haben, endet ein solcher Zusammenstoß in wüsten Schießereien mit Einsatz von computergesteuerten Robotern und Granaten der übelsten Art (EMP, Blend etc.).
Der Mann von Heute ist flexibel
Die zweite Möglichkeit ist ein ausgeglichener Charakter. Dieser kann von jedem etwas und agiert nach Lust und Laune. Vorteil: Anpassungsfähig an jede Mission. Nachteil: Einige Fähigkeiten sind nur schwach ausgebaut. Wer das erste Mal spielt, kann schnell in diese Richtung abgleiten, wenn man beim upgraden der Biomodifikationen nicht aufpasst.
Sam Fisher aka Alex D.
Das krasse Gegenteil zum Terminatorverschnitt ist der Stealth Typ. Ihr schleicht euch durch die Gebäude und vermeidet das Töten von Gegner und wenn es nötig ist, dann nur ohne aufzufallen. Vorteil hierbei ist, dass ihr in Seelenruhe alles erkunden könnt. Es gibt Biomodifikationen, die euch zeitweise für Menschen und Maschinen unsichtbar machen. Wenn ihr aber in eine offene Konfrontation geratet ist es schnell aus mit euch.
Hacker, Viren und ähnliches Getier
Zu guter letzt gibt es da noch den Hacker. Er benutzt selten Waffen und verschafft sich unbemerkt Zugang zu allen Gebäuden. Kameras, Kanonen und Bots werden deaktiviert, die restlichen menschlichen Feinde umgangen oder einfach als neue Feinde der Sicherheitssysteme deklariert. Der klare Vorteil ist, dass ihr die Computersysteme anzapfen könnt, was mitunter sehr lustige Situationen zur Folge hat. Der Nachteil ist fast der gleiche wie beim Schleicher. Schusswechsel führen im späteren Verlauf häufig zum Ableben.
Rollenspiel ?
Um die Welt von Deus Ex: Invisible War interessanter zu gestalten, gibt es sehr viele Items zu entdecken, die ihr benutzen könnt. Neben Lebensmitteln, Drogen und Wurfgegenständen findet man Granaten, Minen, Werkzeug und was der Mensch von heute noch so braucht. Leider könnt ihr nicht alles mitnehmen, was ihr findet, da das Inventar vom Platz her sehr begrenzt ist. Das hat zur Folge, dass ihr manchmal Sachen liegen lassen müsst und vielleicht später erst abholen könnt. Was mir sehr fehlt gegenüber zum Vorgängern sind die genau ausgearbeiteten Trefferzonen der Gegner und eures Egos. Auch wurden das Skillsystem fast vollkommen über Board geworfen. Vieles musste man erst lernen und bekam Punkte bei ausgiebigen benutzen der Fähigkeit, wie in einem Rollenspiel, doch dies wurde durch das simple Biomodifikationssystem ersetzt. Die Atmosphäre des Spiels ist gewaltig. Man taucht eine völlig andere Welt ein, die sehr an den Film Blade Runner von Ridley Scott mit Harrison Ford erinnert. Was mir weniger gut gefällt sind die langen Laufwege und die sich mit der Zeit vom Prinzip her doch wiederholenden Missionen. Auf Dauer fehlt ein wenig die Abwechslung. Im Vergleich zu den Vorgängern verliert Deus Ex: Invisible War. In vielen Foren fiel bereits der Spruch: „Ohne den Namen ein super Spiel.“Technisch befriedigend






