2003-06-27T00:00:00+02:00

Freelancer Die Zeit verging und trotzdem immer noch ein Top-Hit!

Test: PC · 27. Jun 2003 · Björn Stengel (bs)

Kaum ein Spiel kann mit solch einer langen Entwicklungszeit aufwarten. Damit sich solch ein Kostenfaktor für den Publisher noch rentiert muss schon ein Top-Game daherkommen.... und das wurde hier auch geschafft, zwar etwas in die Jahre gekommen bietet Freelancer dutzende Stunden Spielspaß, besonders Fans des Genres werden jubeln vor Genuss!

Chris Roberts ist unter langjährigen PC-Spielern beinahe eine Legende, schuf er mit der Wing Commander Serie eine der ersten kommerziell erfolgreichen Spieleserien überhaupt, welche zusammen mit der inzwischen aufgelöste Spieleschmiede Origin und dem fünften Teil, Wing Commander Prophecy vor einigen Jahren ihr Ende nahm.

Ziel für Herrn Roberts war aber schon immer eine Weltraumsimulation zu schaffen, die sich an das legendäre Elite anschloss und dem Spieler eine vollkommende Handlungsfreiheit gewährt. Ein erster Schritt in diese Richtung zeigte schon sein Privateer, welches allerdings durch die zu sehr versteckte Story und relativ eintöniges Gameplay nur minder erfolgreich war.

Dennoch gab Chris Robers seinen Traum nicht auf und gründete zusammen mit seinem Bruder Erin die eigene Spieleschmiede Digital Anvil, um unter eigener Leitung seinen Traum zu verwirklichen. Starlancer und eben Freelancer wurden geboren. Während sich Starlancer, welches die Vorgeschichte von Freelancer beinhaltete, sich jedoch vom bekannten Stil der Wing Commander Serie nur wenig Unterschied, also auf bewährtes Gameplay und Action setze geht Freelancer in Sachen Gameplay und vor allem Steuerung nun in eine andere Richtung.

Ein revolutionäres, komplett neues Gameplay darf der interessierte Spieler hier allerdings dennoch nicht erwarten, die Verbesserungen finden sich hier zumeist im Detail, wobei das Ungewöhnlichste für eine Space-Simulation hier eindeutig die komplett mausgestützte Steuerung darstellt, über die man das eigene Raumschiff komplett steuern kann.

Dabei gibt es im Spiel selbst drei verschiedene Steuerungsoptionen. Entweder man zieht mit der linken Maustaste das eigene Schiff in die gewünschte Richtung, oder man schaltet durch simplen Druck auf die Leertaste in die direkt Maussteuerung um, bei der das Schiff sich jeweils nach dem Mauscursor ausrichtet. Die letzte zur Verfügung stehende Möglichkeit ist alleinig dem Kampf und auch hier hauptsächlich bei größeren und vor allem trägen, dafür aber Waffenstarren Schiffen zu empfehlen. In der Turmansicht schwenkt man dabei um das stur seinem zuletzt eingegebenem Kurs folgende Schiff, wobei sich die verschiedenen Geschütze weiterhin am Cursor ausrichten. So kann man hier sogar seitliche Schiffen durch die schwenkbaren Bordgeschütze ohne Probleme erfassen.

Die letzte Möglichkeit ist allerdings, wie bereits erwähnt, nur in wenigen Ausnahmefällen von Nutzem, da das eigene Schiff durch die starre Flugbahn ein leichtes Ziel für die, zumeist in Scharen auftretenden, Gegner darstellt und somit Schutzschilde und Panzerung oftmals recht rapide abnehmen. Falls diese trotz bester Flugkünste in der direkten Steuerung sich dennoch dem Ende neigen führt jedes Schiff hier eine durch den Schiffstyp begrenzte Anzahl an Schildbatterien und Nanobots mit sich, die das jeweilige Schutzsystem sofort wieder auf 100% herstellen.

Mit diesen Hilfssystemen sollte man allerdings vorsichtig und sparsam umgehen, denn man hat nur eine begrenzte Anzahl davon in jedem Schiff verfügbar und kann diese nach Verbrauch nur kostenpflichtig bei Ausrüstungshändlern auf Raumstationen und Planeten wieder nachkaufen.

Sollte einem diese einmal in einem recht heissem Gefecht ausgehen dürfte man oftmals vor einem nicht allzu kleinen Problem zu stehen. Zum Glück kann man diese aber jederzeit auf sämtlichen Landestationen wieder auffüllen, jedenfalls solange das Bargeld dafür in der Kasse vorhanden ist.

Landen kann man hier praktisch auf allen Planeten, Raumstationen und grösseren Kampfschiffen, die zudem alle von Hand komplett individuell gestaltet sind, bei 150 verschiedenen Raumhäfen kann man sich die Arbeit kaum vorstellen, die hinter jedem einzelnen Landepunkt steckt. Dort findet man dann auch die ansässigen Waren- und Ausrüstungshändlern, die einem sowohl einen Handel als eben auch den Kauf der nötigen Ausrüstung für das eigene Schiff ermöglichen. Dieses kann man neben den bereits erwähnten limitierten Hilfesystemen für Schilde und Panzerung auch mit den verschiedensten Schild-Typen und, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, stärkeren und damit wirksameren Waffen ausrüsten. Dabei hat jedes Schiff spezielle Verankerungen für die verschiedenen Waffentypen, die von einfachen Lasergeschützen bis hin zu massiven zielsuchenden Torpedos bestehen, für die man (pro Torpedo) im späteren Verlauf schon mal einen Preis bezahlen muss, der am Anfang beinahe ein komplettes Schiff kostet.

Zentraler Anlaufpunkt auf jedem Planeten bzw. jeder Station ist allerdings die Bar, hier besorgt man sich neben den neuesten Informationen und Gerüchten auch Aufträge innerhalb des aktuellen Systems, durch die man seine Kasse aufbessern kann. Meist handelt es sich dabei um simpel aufgebaute Search & Destroy Missionen.

Ganz nach dem Motto Freiheit pur kann der Spieler sein Geld hier aber auch durch reinen Handel verdienen, diesen Weg werden aber wohl die wenigsten aller Spieler einschlagen, denn als reiner Händler kommt man im oftmals recht gefährlichen Freelancer-Universum nicht sonderlich gut in der Story weiter. Für die Entspannung zwischendurch bleibt einem diese Option jedoch jederzeit offen.

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